Das Ende einer Tradition

Foto: Steffi Kroll

Foto: Steffi Kroll

Ich habe diese Woche eine interessante Fotostrecke der ZEIT über Seebestattungen in China gefunden. Ich fand es deshalb bemerkenswert, weil diese Form der Bestattung so fern von jeder Tradition scheint, wie nur denkbar. Die richtige Platzierung der Ahnen auf Friedhöfen spielte für Chinesen traditionell eine große Rolle: Denn die Vorfahren wachen über das Geschick ihrer Nachkommen. Die Botschaft dahinter ist natürlich auch, dass es stets wichtig ist, seine Wurzeln zu kennen und nicht zu vergessen. Auch der Ursprung von Feng Shui liegt u.a. in der Platzierung von Gräbern und korrekten Bestattung (Yin Feng Shui). Im „Buch der Gräber“ aus dem 3./4. Jahrhundert nach Christus wird der Begriff „Feng Shui“ das erste Mal erwähnt. Die Form der Bestattung hat daher für die Chinesen eine sehr weit zurückgehende Geschichte. Ihre Ahnen zu verbrennen und in alle Winde zu zerstreuen, wäre früher niemanden eingefallen.

Ich kann durchaus verstehen, dass Platzmangel heutzutage zu Konflikten zwischen Tradition und Erschwinglichkeit von Grabplätzen führt. Auch in Deutschland überlegt heute jeder dreimal, bevor er sich gegen eine Verbrennung entscheidet. Der Tod ist nicht umsonst. Über seine Nachfahren zu wachen, bedeutet schließlich auch, an das Wohl seiner Lieben nach dem eigenen Tod zu denken. Was haben die Nachfahren von einem tollen Grabplatz, wenn sie sich dabei ruinieren? Hier gibt es sicherlich noch spannende Herausforderungen für Feng Shui Berater genauso wie für den Kampf mit den eigenen Überzeugungen.

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