Feng Shui: Aberglaube oder Wissenschaft?

Der Kompass (LoPan) ist mein wichtigstes Messinstrument. (Foto: Stephanie Kunde)

Der Kompass (LoPan) ist mein wichtigstes Messinstrument.
(Foto: Stephanie Kunde)

Ich habe diese Woche einen interessanten Beitrag in der FAZ über eine chinesische Immobilienmaklerin gefunden, die nicht an Feng Shui glaubt. Was sie aber tut: Sie respektiert, wenn ihre Kunden entsprechende Wünsche haben, zum Beispiel zur Ausrichtung der Eingangstür.

Mir ist kürzlich eine Architektin begegnet, die sich ablehnend über Feng Shui äußerte. Feng Shui würde ohnehin nur das empfehlen, was Architekten ohnehin täten. Dennoch würde sie manchmal Kunden Entwürfe auch mit dem Hinweis ans Herz legen, dass sie Feng Shui Prinzipien entsprechen würden. Aber mehr als Verkaufsargument denn aus Überzeugung.

Wer das erste Mal von mir hört, dass ich als Feng Shui Beraterin arbeite, begegnet mir entweder mit Neugier oder mit Ablehnung. Für viele ist Feng Shui eine Glaubenssache und wird stark in die esoterische Ecke gedrängt. In etwa wie es die immerhin witzig gestaltete Website www.sheng-fui.de tut. Ich habe sogar Sätze wie „Auf welchem Trip bist du denn?“ gehört.

Ist Feng Shui eine Glaubenssache?

Ich war anfangs selber sehr lange skeptisch gegenüber Feng Shui und habe die Bücher eher als Einrichtungsberater verstanden. Die Bilder waren alle sehr nett und ich habe mir Anregungen für die eigene Wohnung geholt. Ich muss dazu sagen, dass ich stark naturwissenschaftlich geprägt bin durch Schule und Studium. Und ich gehöre generell zu den Menschen, die viel hinterfragen. Glaubensfragen haben mich selten überzeugt. So habe ich die Bibel eher unter geschichtlichen Aspekten interessant gefunden. Aber ich respektiere, wenn Menschen eher an die Schöpfungsgeschichte als an die Evolutionstheorie glauben.

Rein aus Neugier habe ich immer mehr über Feng Shui gelesen und verschiedene Dinge ausprobiert, meist mit wenig Erfolg. Dass man als Laie viele Dinge nicht richtig umsetzen kann, weiß ich heute. Die meisten Feng Shui Bücher sind stark vereinfacht und auf unsere westliche Denkweise angepasst, so dass sie oberflächlich und wirkungslos werden. Die Empfehlungen haben in etwa soviel Aussagekraft über das eigene zu Hause wie allgemeine Tageshoroskope in der regionalen Tageszeitung über eure Persönlichkeit.

Wissenschaft Feng Shui

Irgendwann war ich so verwirrt und gleichzeitig so fasziniert von Feng Shui, dass ich aus Neugier beschloss, eine Ausbildung zu machen. Ich habe parallel angefangen, die wenigen Bücher zu lesen, die von anerkannten Ausbildungsinstituten wie der Internationalen Feng Shui Akademie empfohlen werden (Buchtipps). Plötzlich bekam Feng Shui einen wissenschaftlichen Ansatz, aufgebaut aus über 5.000 Jahren gesammelter Erfahrung und Naturbeobachtung. In der Ausbildung lernte ich Berechnungsmethoden, vielleicht vergleichbar mit mathematischen Formeln, die bestimmte Gesetzmäßigkeiten beschreiben und abbilden können. Ich lernte ein System von Trigrammen und Hexagrammen kennen, deren dualer Charakter und Anordnung Leibniz zur Entwicklung des binären Systems angeregt haben soll. Trigramme und Hexagramme sind Anordnungen von Yin- und Yang-Linien, denen bestimmte Qualitäten und Eigenschaften zugeordnet werden. Ich fand dann den Gedanken sehr spannend, dass es ohne diese Trigramme heute keine iPhones gäbe.

Mit diesen wissenschaftlichen und naturbeobachtenden Herangehensweisen konnte ich sehr gut etwas anfangen. Feng Shui war für mich von einer esoterischen Glaubenssache zur Wissenschaft geworden.

Auch der Begriff des Qi war für mich nach der Ausbildung nicht mehr so schwammig, wie in den Büchern beschrieben. Die Übersetzung ist schwer, weil der Begriff sehr diffuse Bedeutungen hat (Atem, Gas, Energie, Kraft, Atmosphäre…). Im Feng Shui ist am häufigsten noch die Übersetzung Lebensenergie zu lesen. Dahinter verbirgt sich die Gesamtheit der auf Menschen oder Häuser einwirkenden Energien (Strahlungsenergie, Wärmeenergie, chemische, elektromagnetische Energie…). Je nachdem von wo die Energie kommt, ist sie stärker oder schwächer. Himmelsrichtungen und Sonnenstände üben hier einen Einfluss aus, aber auch Hindernisse und Berge in der Umgebung. Auch Farben haben je nachdem, wo sie eingesetzt werden, unterschiedliche Wirkungen. Feng Shui betrachtet diese Einflüsse auf den Menschen, sein Wohlbefinden und sein Leben ganzheitlich. Die Einbettung eines Hauses in die Umgebung wird ebenso berücksichtigt, wie Zu- und Abfluss von Energie, die Wirkung von Formen, Farben und Veränderungen mit der Zeit.

Da die Chinesen gern in Metaphern reden, bekommen Naturbeobachtungen dann mystische Namen mit denen viele in unserer westlichen Gesellschaft wenig anfangen können. Und was Menschen nicht kennen oder verstehen, wird nicht selten als Esoterik oder Quatsch abgetan.

Der Mensch als Spiegel

Endgültig überzeugt hat mich die selbst gemachte Erfahrung in Beratungen. Das Ergebnis von Analysen hat sich bisher immer in dem widergespiegelt, was mir meine Klienten dann aus ihrem Leben berichten. Erfolg im Beruf und einträgliche Geschäfte ebenso wie Rechtsstreitigkeiten oder Anfälligkeit für Krankheiten. Der Mensch wird zum Spiegel der auf ihn einwirkenden Energien.

Ich selbst habe zum Teil extreme Veränderungen erfahren, als ich selber eine Feng Shui Beratung bei mir zu Hause habe machen lassen. Meine selber gemachten Erfahrungen haben mich überzeugt. Früher fühlte ich mich – ohne zu wissen, warum – oft total ausgelaugt, sobald ich meine Wohnung betreten habe. Nach wenigen Veränderungen empfinde ich mein zu Hause heute als Energiespender.

Erfahrungen meiner Klienten findet ihr unter meinen Referenzen.

Was verbindet ihr mit Feng Shui? Aberglaube, Esoterik, Wissenschaft?.

 

2 Gedanken zu “Feng Shui: Aberglaube oder Wissenschaft?

  1. Ulrike schreibt:

    Sehr interessanter Artikel! Ich habe mich noch entschieden, ob ich Fengshui unter Esoterik oder Wissenschaft einordnen soll. Aber manches ist sicherlich wahr und richtig und manchmal richte ich mich nach Fengshui-Prinzipien. Manches macht eben auch ganz ohne Fengshui Sinn, wie z.B. Ordnung zu halten, seinen Schreibtisch so auszurichten, dass man zur Tür schaut…

    • Work & Life Feng Shui schreibt:

      Das stimmt. Ich beobachte, dass einige Menschen ganz intuitiv Feng Shui Prinzipien anwenden. Feng Shui ist sehr orientiert an der Natur des Menschen. Nur leider haben das viele Menschen in unserer westlichen Welt vergessen und hören nicht mehr auf ihren Bauch. Auch moderne Architektur berücksichtigt solche Prinzipien häufig nicht mehr. Ich denke dabei an Glaswände und frage mich, ob die Bewohner von quasi durchsichtigen Häusern sich wirklich wohl und geschützt fühlen.

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