Ausmisten: Tipps für euren Bücherschrank

Öffentlicher Bücherschrank in Köln-Sülz Foto: Steffi Kroll

Öffentlicher Bücherschrank in Köln-Sülz
Foto: Steffi Kroll

Ich habe heute mal wieder aufgeräumt, Dokumente abgelegt und die Steuer vorbereitet. Bin sehr stolz auf mich. Dabei ist mir doch ein Geschenkgutschein von Amazon in die Hände gefallen: Yippie! Hab ich auch direkt investiert in ein Buch, das ich kürzlich bei einer Freundin entdeckt hatte: „Entspannt wohnen mit den richtigen Farben“. Ein Blick in meinen Bücherschrank sagte mir aber, dass es eng wird – mal wieder. Also werde ich wohl wieder Bücher ausmisten, um Platz zu schaffen. Das mache ich inzwischen in regelmäßigen Abständen bzw. spätestens, wenn Neuanschaffungen ins Haus stehen. Zuviele Habseligkeiten stopfen die Bude voll und lassen keinen Raum, damit das Qi (Lebensenergie) fließen kann. Um Platz für was Neues (oder neue Energie) zu schaffen, musst du dich erst von alten Dingen trennen. Sag ich immer wieder: Entrümpeln und Ausmisten sind das A und O im Feng Shui. Vorher braucht ihr mit anderen Dingen wie Farbe oder Möbel umstellen gar nicht anfangen.

Nochmal zurück zu meinem Aufhänger. Bücher auszumisten. Das ist gar nicht so einfach. Seid mal ehrlich zu euch selbst: Wie viele der Bücher in eurem Bücherschrank lest ihr regelmäßig, habt ihr mehr als einmal gelesen oder plant ihr in naher Zukunft noch mal zu lesen? Aus welchen Gründen hebt ihr Bücher auf? Bei mir waren das ideelle Gründe: „Bücher wirft man doch nicht weg!“, „Das Buch war so toll! Vielleicht werde ich es noch einmal lesen.“, „Ich hebe die Bücher für meine Kinder auf.“, „Das ist Weltliteratur und muss einfach in meinem Schrank stehen.“ Und was machen die Bücher dann im Regal? Verstauben, Platz wegnehmen, alt werden, vergilben. Schade drum! Also Ausmisten, Platz schaffen und Qi rein lassen. Gerade wenn es ein neues Buch gibt, sollte gelten: Altes Buch raus. Doch wohin damit? Ich habe in den vergangenen Jahren verschiedene Ausmist-Varianten für Bücher ausprobiert, die ich gern hier mit euch teilen möchte:

  1. Buch verkaufen bei Amazon: Dazu müsst ihr euch ein Verkäuferkonto anlegen. Preis legt ihr selber fest. Amazon bekommt 0,99 Euro pro verkauften Artikel plus eine Verkaufsprovision. Je nachdem, was ihr für ein Buch verkaufen wollt, ganz schön happig. Wenn ihr die Versandkosten mit einkalkuliert, bleibt oft nicht viel übrig. Ich hatte das mal ausprobiert, habe aber kein Buch verkauft. Mein Urteil: Für ältere Bücher oder Taschenbücher keine Option. Denkbar für Bücher, die nicht mehr verlegt werden oder Seltenheitswert haben.
  2. Buch bei momox verkaufen: Super einfach, schnell und Geld gibt es auch. Bin über eine TV-Werbung mal auf diesen Service gestoßen. Ihr meldet euch an, gebt dann die ISBN des Buchs ein, das ihr verkaufen wollt und fügt es eurem Konto hinzu. Momox zeigt euch direkt an, wieviel ihr dafür noch bekommt. Bei älteren und Taschenbüchern ist es meist unter einem Euro. Aber wenn die Alternative das Altpapier wäre, sind ein paar Cent besser als gar nichts, oder? Momox nimmt auch CDs und DVDs. Mit der Smartphone App könnt ihr den Barcode einfach scannen. Dann müsst ihr die ISBN nicht eingeben. Ihr packt alles, was ihr verkaufen wollt in einen Karton. Momox liefert auch die Versandetiketten. Versand ist kostenlos, funktioniert wie bei einer Retoure. Einzige Einschränkung: Ausgezahlt wird erst ab mind. 10 Euro. Mein Urteil: Top Service. Einfach. Lohnt sich aber nur bei größeren Ausmistaktionen. Nix für einzelne Bücher.
  3. Öffentlicher Bücherschrank: Vielleicht habt ihr schon mal einen öffentlichen Bücherschrank gesehen oder selber genutzt. In Köln gibt es eine ganze Menge davon. Ihr könnt hier Bücher, die ihr ausgelesen habt hinbringen und im Tausch dafür ein anderes mitnehmen. Tolle Sache und Alternative zur Bibliothek. Ich nutze gelegentlich den öffentlichen Bücherschrank in Köln-Sülz Berrenrather Str. / Brunnenplatz. Für euch habe ich eine bundesweite (unvollständige) Liste der öffentlichen Bücherschränke bei Wikipedia gefunden. Bei Ikea habe ich auch schon Bücher-Tausch-Regale gesehen. Bei Ikea in Köln-Ossendorf stehen die am Ausgang. Mein Urteil: Öffentliche Bücherschränke sind toll für neuen Lesestoff oder um einzelne Bücher auszusortieren. Geld gibt es nicht.
  4. Büchertausch mit Nachbarn: Schon erfolgreich ausprobiert. Kiste mit aussortierten Büchern in den Hausflur gestellt. Zettel dran: Zu verschenken. Ich habe selber nicht damit gerechnet, aber nach etwa 2 Wochen war vieles weg. Übrigens sind auch neue Bücher dazu gekommen von Nachbarn, die die Initiative gleich mitgenutzt haben. Aber: Bitte klärt solche Aktionen ggf. im Vorfeld mit den anderen Hausbewohnern bzw. Vermietern. Wir haben so einen Büchertausch übrigens auch mal in der Firma gestartet. In größeren Firmen lohnt es sich bestimmt, auch einen Tauschschrank hinzustellen. Mein Urteil: Super Sache bei netter Nachbarschaft. Sicher nicht für jedes Mehrfamilienhaus geeignet.
  5. Bücher spenden: Fragt einfach mal in eurer städtischen Bibliothek nach, ob die Buchspenden entgegen nehmen. Die Kölner Stadtbibliothek tut es leider nicht. Dafür haben sie mir aber eine Liste mit Einrichtungen gegeben, die gern Buchspenden entgegen nehmen. Dazu zählten z.B. die JVA oder Frauenhäuser. Leider habe ich die Liste nicht mehr, sonst hätte ich euch noch mehr Möglichkeiten genannt. Spenden könnt ihr beispielsweise auch an Oxfam-Shops. Die gibt es aber leider nicht überall und hierfür müssen die Bücher wirklich gut erhalten sein. Der Verkaufserlös kommt Hilfsprojekten zu Gute. Mein Urteil: Hier könnt ihr anderen Menschen mit aussortierten Büchern eine Freude machen. Allerdings ist der Aufwand höher, weil ihr ggf. noch rumreisen müsst.
  6. Buch in Geschenkpapier einwickeln und auf die Parkbank legen: Den Tipp habe ich mal von einer Freundin bekommen. Ich habe es selber noch nicht ausprobiert. Ist was für langanhaltend schönes Wetter. Mein Urteil: Witzige Idee. Aber nix für Regenwetter.
  7. Buch ins Altpapier: Das ist eigentlich nur die Station für Bücher, die zerlesen, zerfleddert oder unvollständig sind, wenn Seiten fehlen oder die Inhalte absolut überholt sind – wie Bücher über IT aus dem Jahre 1983 😉 Und bitte alte Bücher immer ins Altpapier und nicht in den normalen Hausmüll. Mein Urteil: Letzter Ausweg für unbrauchbare Bücher. Im Altpapier haben sie eine Chance auf eine Wiedergeburt.

Jetzt seid ihr an der Reihe: Habt ihr noch Ideen, wie man Bücher verkaufen, verschenken oder spenden kann? Welche Möglichkeiten zum Ausmisten habt ihr mit welchem Erfolg ausprobiert? Bin gespannt auf eure Vorschläge!

4 Gedanken zu “Ausmisten: Tipps für euren Bücherschrank

  1. Ulrike schreibt:

    http://www.bookcrossing.de Bücher „freilassen“ und dann verfolgen, was mit dem Buch passiert. Mein Problem sind die vielen Museumskataloge, die teilweise schon mehr als 30 Jahre alt sind. Jedes birgt Erinnerungen und ist wunderbar! Doch die Inhalte sind z.T. völlig veraltet. Zu schade zum wegschmeißen.
    Danke trotzdem für deine Tipps.

  2. reisemeisterei schreibt:

    Zu Punkt 6 kann ich sagen: Gute Sache 🙂 Allerdings ohne Geschenkpapier, ist meines Erachtens eine Hürde für den Finder, es mitzunehmen. Ich habe mal ein Buch auf eine Parkbank gelegt und mich in Sichtweite gesetzt. Der schnell auftauchende Finder hat sich gefreut 🙂 LG, Christina

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